Vereinzelt wurden auch Mitglieder unseres Vereins von der Wasserschutzpolizei darauf aufmerksam gemacht, dass Sportbooten das Befahren des Düsseldorfer Industriehafens untersagt ist.  Das gilt sicher nicht zur die Zufahrt zur Marina Düsseldorf. Jetzt standen sogar Bootsführer vor Gericht.

Darüber berichtet Wulf Kannengiesser in der Rheinischen Post vom 23.Juli 2020 ...

Auf Wasserwegen ist fast alles anders als im Straßenverkehr- und die Strafen sind deutlich höher. Dieses Fazit lässt sich aus zwei Prozessen ziehen, die am Mittwoch bei einer Amtsrichterin anstanden.

Zwei Bootsführer waren unerlaubt in ein Hafenbecken am Medienhafen geschippert, hatten dort an einem Anleger gedreht und waren von der Wasserschutzpolizei gestoppt worden. Wegen Verstößen gegen das Landeswassergesetz wurden jeweils 200 Euro Buße gegen beide verhängt. Beide legten Protest ein, doch nur einer (50) hatte Erfolg.
Der Rhein-Anleger „Wolkenbügel“ liegt mitten im Handelshafen - und dieses Gelände ist für Sportbootfahrer eigentlich tabu. Trotzdem soll das Sportboot eines 32-Iährigen genau dort im April
2019 gestoppt haben, um dann in den Hauptstrom zurückzukehren. Eine Erlaubnis zum Einlaufen in den Handelshafen hatte der Bootslenker jedoch nicht, ebenso wenig wie eine Zulassung des Hafenbetreibers. Das Bußgeld wollte er trotzdem nicht zahlen: Seine Freundin an Bord sei krank geworden, er habe sie absetzen müssen, wegen eines „medizinischen Notfalls“, ließ er das Gericht schriftlich Wissen. Doch zur Verhandlung aufgetaucht ist der 32-Jährige am Mittwoch nicht, als
die Richterin diesen Einwand überprüfen wollte. Sein Einspruch wurde also verworfen, die Buße damit
fällig.  Erfolgreicher war ein 50-jähriger Schlauchbootbesitzer. Auch er war am Anleger „Wolkenbügel“ (Siehe Pfeil im Bild) beobachtet und mit 200 Euro Buße belegt worden. Doch er kam rechtzeitig zum Gericht, um seinen Protest zu begründen: „Ich wusste nicht, dass ich dort nicht hineinfahren darf, da stehen nirgendwo Schilder!“ Er gab zu, dass er mit seinem Schlauchboot „immer gerne eine Runde drehe, bis der Motor warm ist und ich geprüft habe, ob mit dem Boot alles in Ordnung ist." Eine Polizistin als Zeugin erklärte aber, dass Schilder und Sperrlinien bei der Schifffahrt nicht so üppig seien wie im Straßenverkehr: „Bei Gewässern ist die Grenze fließend. Dass sich der 50-Jährige vertan haben mag, als er unerlaubt in den Handelshafen tuckerte, ließ die Richterin gelten, erließ ihm „letztmalig“ die 200 Euro. Laut Landeswassergesetz sind sogar Bußgelder bis zu 50.000 Euro möglich.