Freitag 4. September 2020 19:00. Wir "Botterfahrer" trudeln nach und nach am Gependamm in Enkhuizen ein, wo der Traditionssegler "Sterrenwind" schon auf uns wartet und Skipper André mit Maat Jakob uns begrüßen. Die "Sterrenwind" wurde 1909 auf der Werft Apelo in Zwartsluis gebaut und ist 32 m lang, 6 m breit,wiegt 150 Tonnen (ohne Gäste)  und begeistert uns vom ersten Moment an durch ihre praktische Aufteilung und den gepflegten Zustand. Durch Crona war sie erst wenige Wochen zuvor, im August, zum ersten Mal in dieser Saison mit Gästen unterwegs gewesen.

Lange war auch für uns nicht klar, ob die Fahrt stattfinden könnte und welche Corona-Einschränkungen einzuhalten wären. Da wir für jedes Paar bzw. jeden Alleinreisenden eine eigene Kabine geplant hatten, gab es seitens des  Verscharterers keine Bedenken. In den Niederlanden gilt der Aufenthalt an Deck als Sportveranstaltung, bei der es keinen Abstand einzuhalten gilt. In der Messe zierten Plastikabtrennungen die Tische, und sorgten für entsprechenden Abstand.

Der Samstag bescherte uns Sonne und einen Traumwind 5 Bft. aus westlicher Richtung. Bein Setzen der 380 qm Segel an den beiden Masten zeigt sich bereits, dass es tatsächliche sportlich zugehen würde, denn dazu wurden lediglich Tallien mit riesigen Blöcken verwendet. Auch beim Hochkurbeln der Seitenschwerter kommen wir an unsere Grenzen.

Bald darauf rauscht das Schiff mit Vollzeug, 8 Knoten, einem Bart von Gischt und lebendig durch die Wellen Ziel: Stavoren.

Dort geht es dann durch die "Johan Friso"-Schleuse. Rechts und links ist kaum noch 1 Meter Platz. Der Skipper meistert die Situation und bleibt äußerlich ganz gelassen. Ich bin froh dieses Manöver nicht fahren zu mussen. Applaus!!

Nur mit  Vorsegel durch den Johan Friso  Kanal segelnd haben wir einen schönen Blick über die weite Landschaft. Aus der Augenhöhe unserer Yachten sehen wir sonst nichts als Schilf.

Abends legen wir an der kleinen Insel "Langehoekspollen in den "Fluzen" an und grillen. Mit Müllsack, Topfdeckel und Guitarren intonieren wir

Wir sind die Segler von DSV.
Mit dem Segeln nehmen wir's genau!
Wir fahren raus mit "Sterrenwind",
Da Sonn' und Wind fantastisch sind.

In der Nacht zu Sonntag hat es geregnet und graue Wolken ziehen genau aus Westen kommend über uns hinweg.

Wir beratschlagen über die möglichen Routen. Es gibt seeehhhr viele Kapitäne an Bord aber die Einschätzung der Situation ist übereinstimmend: Die Runde über Lemmer ist ungünstig, da wir dann später aufkreuzen müssten. Also motoren wir gemütlich zurück nach Stavoren

 

Die Schleusentore öffnen sich. Wir sind wieder auf der Zuiderzee und lassen unseren Clubstander wehen. Hoch oben in den Wanten sieht er ganz winzig aus.

So geht das gemeinsame Wochenende mit viel sportlichem Segeln, viel leckerem selbstgebackenen Kuchen,  viel Gegrilltem, Salaten und Tomatensuppe, viel Spaß und vielen Getränken und viel zu schnell vorbei.

Weitere Impressionen von Lieselotte, Klaus und Manfred in der Galerie.