Bei einem Törn dieser Dauer gibt es natürlich immer wieder diese Momente, sei es ein gutes Essen im Restaurant, ein toller Ankerplatz, eine überraschende Begegnung mit Freunden oder auch nur der Kauf von zwei Briefmarken für eine Glückwunschkarte.


 

Auf dem Weg zur Dusche stach mir das Logo dieses Fischrestaurants ins Auge. So kamen wir wenig später in Torekov in den Genuss der besten Fischsuppe der Reise und wie der Name schon nahelegt: Mit viel Sahne!


 
Ein anderer kulinarischer Moment war bei der Insel Gluppö (58°26‘ N 11° 22‘ E). Wir hatten auf der Seekarte eine geeignete Ankerbucht ausgesucht und uns auf ein Liegen in Einsamkeit eingerichtet. Nun waren wir nicht die Einzigen, die eine Seekarte lesen können und so hatten bereits ein Dutzend Boote ihren Anker geworfen und weitere hatten sich an den Schären vertäut. Das hatte aber auch einen überraschenden Vorteil, denn am folgenden Morgen, noch vor dem Frühstück, klopfte es an der Bordwand. In England wäre das der Hafenmeister zum Kassieren gewesen. Hier waren es zwei Jungen mit einem Schlauchboot voller Brötchen, Croissants und Gebäck.

Nun hatten wir kein schwedisches Bargeld. Kein Problem, meinte der geschäftstüchtige Wortführer. „Du bekommst jetzt eine SMS mit einem Link zu einer Webseite und da kannst du mit Karte bezahlen!“


 
Tatsächlich haben wir mit einer Ausnahme in ganz Skandinavien kein Bargeld gebraucht. Lediglich im Hankosund, dem Segelmekka am Eingang zum Oslofjord, verlangte die Dusche in der Marina 10 Kronenmünzen.  Die Hafenmeisterin konnte uns damit aushelfen. Immerhin eine Hafenmeisterin!


 
In Oslo benötigten wir Briefmarken für Glückwunschkarten an Vereinskameraden. Diese waren allerdings nirgends zu bekommen. Ein Norweger meinte, die gäbe es bei Portnord im Internet und man könne diese mit Karte bezahlen und dann selber ausdrucken. Jetzt gibt es auf TROLL aber keinen Drucker. Das wäre nicht schlimm, man könne die zwölf Ziffern auch selber in die Ecke auf den Brief schreiben. Gesagt getan. Und dann bei Dr. Google nachgefragt, wo es in Oslo Briefkästen gibt: Am Hauptbahnhof und am Flughafen.


 
Erst später haben wir herausgefunden, dass in den großen Supermärkten meist eine Ecke mit Tabakwaren ist und diese ist gleichzeitig auch die Filiale von Postnord.


Aber was ist, wenn man an der Bootstankstelle den Diesel ergänzt hat und das Lesegerät des Tankwartes keine der Karten akzeptiert? Ein Moment der Irritation, aber kein Problem! Mit Paypal konnte ich den Betrag mit dem Handy privat an den Tankwart überweisen, der ihn dann von seinem Konto weiter überwiesen hat. Es gibt oft eine überraschende Lösung, auch wenn diese nicht immer einfach ist.

Einige Lebenszeit haben die Versuche gekostet, mittels Apps wie Dockspot im Voraus einen Liegeplatz zu buchen. Da wir meist erst kurzfristig wussten, wo uns der Wind am Abend hinführen würde, ist die Idee, dass man bis spätestens 12:00 den Liegeplatz gebucht haben müsste, praxisfern. In Koster wäre der nächste freie Platz erst in einer Woche zu haben gewesen! Anderseits konnten wir mit unserem kleinen Boot bislang immer einen Platz finden. Die meisten Häfen hatten Automaten, die nach geduldiger Eingabe von Bootsdaten in einem englischen Menü und erfolgreicher Kartenzahlung problemlos einen Klebestreifen als Beleg ausspucken. Nicht so in Helsingør. Da half dann auch der vielfache Besuch des Hafenbüros nebst einer telefonischen Verabredung mit dem Hafenmeister nicht weiter. Er erschien nicht. Dafür sammelten sich Papierberge im Quittungsschacht. Wir waren offenbar nicht die einzigen mit Problemen. So weit zu den praktischen Hürden eines Segeltörns.
Wir hatten auf Marinetraffic schon länger beobachtet, wo „Merkur“ mít Anke und Familie sich herumtrieb. Umso schöner als sich unsere Kurse in Helsingør kreuzten.

 
In der Dänischen Südsee verbrachten waren wir noch einige gemeinsame Tage auf dem Weg zur Schlei. Wir ankerten und besonders sie Aufnahmen von Johann mit der Drohne zeigen Momente, die wir so schnell nicht vergessen.

Und in Duisburg dann der Komissar mit der Pistole! Eigentlich wollten wir nach den Frühstück aufbrechen. Auf dem Steg war eine ungewöhnliche Betriebssamkeit: Koffer wurden herangerollt, Metallkisten und allerlei Gerät aus zwei Möbelwagen. Dann kam ein Herr auf uns zu und fragte ob wir bis 11:00 liegen bleiben könnten. Das sähe im Film besser Aus. Es wurde eine Folge von "WaPo Duisburg" gedreht (Ausstrahlung irgendwann 2024 im Vorabendprogramm). Und so kam es, das TROLL eine Statistenrolle bekam und wir in die Mündung der Pistole von Komissar Carsten Heinrich blickten!

Mit wieder gestelltem Mast waren wir am Mittwoch 6.September, voller Erinnerungen wieder in Volmerswerth.