|
|
Aufgefischtes und InteressantesJedes Mitglied kann eigene Beiträge oder Aufgefischtes an
|
Hallo zusammen,
heute am 6. Agust 2015 schicke ich euch meine erste Flaschenpost von unserer Reise.
Am Sonntag sind wir mit dem vollgepackten Lupo nach einer ruhigen Fahrt um kurz nach zwei in Hooksiel angekommen. Dann musste erst mal alles im Schiff seinen Platz finden. Als das geschafft war, sind wir ins Dorf gegangen, dort waren an diesem Wochenende die Hooksieler Heringstage. Nein - Heringe haben wir nicht gegessen, aber leckere Bratwurst. Egon war auch noch in Hooksiel, er wollte am nächsten Morgen früh um 8:00 Uhr die Schleuse nehmen.
Wir planten unsere Abreise für Dienstag. Der Wecker klingelte pünktlich um 5:10 Uhr, wir sahen uns noch mal den Wetterbericht an, der schwere Gewitter für unsere Region ankündigte und der Entschluss, sich wieder hin zu legen, fiel uns daher nicht schwer.
So ging es am Mittwochmorgen 05.08.2015 los, zur Schleuse und um 8:10 Uhr waren wir draußen. Vor dem Hafen haben wir die Segel gesetzt und bei schwachem Wind mit 2 bft aus West waren wir dank der Strömung mit 7 Knoten gut unterwegs. Dieses Vergnügen war uns nur für 2 Stunden vergönnt. Die Segel schlugen, die Wellen machten der Nova zu schaffen, so dass wir die Maschine an machten. So passierten wir die Kugelbarke bei Cuxhafen.
Das Inventar hat wieder einmal alle Belastungstests bestanden,...
Die hochsommerlichen Temperaturen lassen den Pegelstand des Rheins in Düsseldorf am Sonntag 9 August 2015 unter die 1,00 m Marke sinken. Das bedeutet für die Fahrrinne eine Tiefe von unter 2,53 m. Da unsere Hafeneinfahrt allerdings nicht so tief ist wie die Fahrrinne
Faustregel: Tiefe in der Einfahrt = Pegel Düsseldorf
kann der Hafen nur noch von flachgehenden Boten angelaufen oder verlassen werden.

Weitere Bilder von Peter Schikora in der Galerie unter der Rubrik Hafen.
Wohl dem, der jetzt auf Urlaubsreise in den Niederlanden, auf der Ostsee (Troll und Nova) oder der Bretagne (Quinta) unterwegs sein kann.
Nun liegt die Fahrt der QUINTA an der Bretagneküste auch schon wieder einige Wochen zurück. 5 Wochen Abenteuer sind leider schon vorbei und Quinta liegt in Foleux schon wieder auf dem Trockenen. Außer 2 verlorenen Segellatten und einer zerrissenen Flagge sind Schiff und Mannschaft wohl auf und gut erholt. Die Chaos-Schleuse von Arzal zum Fluss Vilaine

haben wir neben dem "Chenal du Four" und der "Raz de Sein" auch gut hinter uns gebracht.
Donnerstag 23. Juli. Wir sind in Kloster auf Hiddensee angekommen und genießen die letzten Tage bis zum Crewwechsel in vollen Zügen, und das ist wörtlich gemeint.

In 10 Stunden sind wir von Bornholm nach Rügen gesegelt. Etwas westlich des berühmten Königsstuhls liegen Hafen und Ort Lohme. 240 Treppenstufen höher und man ist im Ort oben an der Steilküste. Wir genießen bei einem leckern Essen den Sonnenuntergang. Zurück am Steg bemerke ich, dass der Schlüssel im Anorak ist, und der hängt... Im Restaurant. Am nächsten Morgen wandern wir über den Höhenweg durch den Buchenwald der Stubbenkammer 4 Km zu den Kreidefelsen. Der Blick ist wirklich beeindruckend.
Mit einem Abstecher nach Glowe, wo früher Rügen Radio den berühmten Wetterbericht gesendet hat, bei dem die Windstärken nur bis 5 Bft und wieder ab 8 Bft vorkamen, wenn wirklicher Sturm blies. Bei Starkwind hätten die Fischer nicht auslaufen müssen...
Am Freitag 17. Juli 20:00 läuft Troll nach 60 Seemeilen rauschender Fahrt mit halbem Wind in Lohme auf Rügen ein.
Von Svanecke kann man bei gutem Wetter in der Ferne die Erbseninseln Christiansö und Frederiksö sehen, einer der malerischsten Häfen, den wir kennen. Die Inseln waren seit dem 17. Jahrhundert Festung und wenn die Tagestouristen abends die Insel verlassen haben, der Leuchtturm seinen Lichtinger über die See schickt und man entlang der verwitterten Mauern spaziert, fühlt man, wie die Zeit stehenbleibt.
Ganz anders Gudjem, vielleicht der touristischste Ort Bornholms. Die bunten Fachwerkhäuser drängen sich am steilen Hang und im kleinen Hafen ist dauernd etwas zu beobachten: Hafenkino.
11. Juli 2015. Wir erreichen Bornholm und damit Dänemark.

Am Samstag zeugt nur noch eine mäßig bewegte See von den stürmischen Winden und wir brechen auf, 75 sm Richtung Bornholm. 14 Stunden später machen wir im Abendlicht fest in Snogebaeck, an der SO Spitze der Insel. Der Hafen ist winzig und wir liegen hinter dem Wellenbrecher mit unverbaubarem Meerblick. So genießen wir die Heringe "Bornholmerne" der lokalen Fischräucherei.
Das Wetter ist wechselhaft, aber als wir heute am Montag nach nur 8 sm flottem Segeln mit halbem Wind Svanecke erreichen, ist es wieder etwas wärmer und Abendsonne schafft eine sommerliche Hafenatmosphäre.
Wir umrunden in den folgenden Tage Bornholm und nehme Kurs Rügen.
Am 8. Juli erreichen wir Swinemünde.

Von Berlin aus ging es weiter über den Havel-Oder-Kanal zum Schiffshebewerk Niederfinow. 1934 gebaut überwindet es einen Höhenunterschied von 36m hinunter in das Tal der Oder.

Durch die einsame, von Schilf gesäumte Westoder, die hier die Grenze zu Polen bildet, erreichen wir Stettin. Dort stellen wir den Mast in der noch nicht eröffneten neuen Marina. Hurra, wir können wieder segeln und haben die Mastrollen/Badeleiter wieder frei zum Schwimmen. Das haben wir die letzte Woche sehr vermisst, dem es war mit über 30 Grad unglaublich heiß.
Mit gutem Wind segeln wir über das Stettiner Haff nach Swinemünde auf Usedom. Hier reiht sich ein Seebad an das ander. Da es nun stürmisch weht, werden die Räder für eine Fahrt nach Ahlbeck.
Sobald es das Wetter erlaubt geht es weiter nach Bornholm.
